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jarnelie18

Kennt die Lehren von Pablo Neruda

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1

Samstag, 26. März 2011, 11:46

Wenn die Simpsons auf Wirklichkeit treffen...

So mal wieder im Forum aktiv...

Bin heute morgen auf folgenden artikel gestoßen:

hier

Die Frage die sich mir hierbei stellt ist die, ob es den anspruch oder eher gesagt die verpflichtung für eine Satire gibt auch in Zeiten in denen das Thema stark emotionalisiert wird, wie z.B. AKWs, Rücksicht zu nehmen?
Ich meine wo kommen wir denn da hin, wenn es, ganz abgesehne von der Qualität der Folge, eine Selektion seitens der Fernsehanstalten gibt.
ISt es nicht gerade die Aktualität eines Themas die besonders den Wert von guter Satire ausmacht und in der öffentlichen Auseinandersetzung förderlich sein kann. Es ist sicherlich so, dass einige Folgen um das Thema AKW klamaukhaft sind und nicht gerade zur creme de la creme der Simpsons gehört, aber auch in diesem Falle ist eine klare Abgrenzung von Satire und Wirklichkeit gegeben, oder nicht?

Oder kann man die These vielleicht soweit ausweiten und radikalisieren, dass gerade dieses Vorgehen, was jetzt in alllen deutschsprachigen Sendeanstalten, die die Simpsonsrechte haben, durchgeführt wird, eher soweit die Debatte um die Sicherheit der AKWs beeinflusst, dass man sagen kann: Ach, die Zuschauer sollen nicht mit so schrecklichen Utopien, wie der eines Störfalls, belästigt werdem! Denn das wäre mit Sicherheit eine Positionierung in dieser Debatte, die mehr als fragwürdig und dem Zeitalter der unabhängigen Aufklärung, in dem wir leben, diametral entgegensteht.

Was meint das Forum?
Vor lauter Individualität tragen alle Uniform.

2

Sonntag, 27. März 2011, 17:28

Ich bin jetzt, wo ich darüber nachdenke ehrlich gesagt geteilter Meinung. Einerseits kann es schon recht makaber wirken wenn sich über solche Dinge "lustig gemacht" wird, während in Fukushima und bald wahrscheinlich in Tokio tatsächlich Menschen verstrahlen, allerdings wollte, so denke ich, Groening immer davor warnen. Ich glaube nicht, dass er Folgen wie "Der Ernstfall" macht, weil er zeigen will, wie lustig so ein Meltdown doch ist. Dann wär es doch Schmarrn, wenn man diese Folgen jetzt rausschmeißt, nur weil das Thema unangenehm ist. Nach dem Motto der drei kleinen Affen "see no evil, hear no evil, speak no evil".
groß- kleinschreibung?? was ist das?

[url]http://albertsonjeff.blogspot.com/[/url]

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3

Sonntag, 27. März 2011, 18:47

themen, die so banal sind wie atomkraft und ihre folgen, sollten durchaus satirisch behandelt werden dürfen.

kleines erdbeben, kleine schwierigkeiten mit den meilern und in zwei wochen hat man mal 10.000 tote. :wayne: in afrika sterben täglich ca. 20.000 kinder bis 5 jahre. das macht im selben zeitraum ca. eine viertelmillionen opfer. komisch, dass dafür nie schweigeminuten gemacht werden. betroffenheit ist schnell geheuchelt.



wer die folgen von zwei atombomben erlebt und zudem die bruchzone von vier tektonischen platten in der nähe hat, muss schon sehr risikobereit oder bekloppt sein, um auf atomkraft zu setzen.


bülent ceylan hat in seiner show mannheim und die drei meiler in der nähe nett auf die schippe genommen.

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4

Montag, 28. März 2011, 20:17

kleines erdbeben, kleine schwierigkeiten mit den meilern und in zwei wochen hat man mal 10.000 tote. :wayne: in afrika sterben täglich ca. 20.000 kinder bis 5 jahre. das macht im selben zeitraum ca. eine viertelmillionen opfer. komisch, dass dafür nie schweigeminuten gemacht werden. betroffenheit ist schnell geheuchelt.

Du magst damit zwar ein Stück weit recht haben, aber zum einen ist es ja nun leider allgemein bekannt, dass sich Menschen eher für etwas interessieren, wenn es mit einem Knall passiert als für etwas, was zwar jeder weiß, aber immer vorhanden ist und sich so schnell nicht ändert. Darum ja wohl auch das Moratorium: in drei Monaten erinnert sich vielleicht keiner mehr dran.

Wenn es zur Kernschmelze kommt sind es wohl vor allem mit den Nachfolgen mehr als nur 10.000 Betroffene. Allein Tokio hat 35 Millionen Einwohner.

wer die folgen von zwei atombomben erlebt und zudem die bruchzone von vier tektonischen platten in der nähe hat, muss schon sehr risikobereit oder bekloppt sein, um auf atomkraft zu setzen.

Verstehe ich auch nicht so ganz. Bis zu welcher Stärke eines Erdbebens war das Kraftwerk ausgelegt? Und man hätte da nie gedacht, dass es doch auch mal zu stärkere Erdbeben, vor allem in dieser Gegend, kommen kann?

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5

Montag, 28. März 2011, 20:49

ich glaube gelesen zu haben, dass die meiler in japan bis 7,8 standhalten müssen und in gefährdeten gebieten bis 8,3.

http://www.anabell.de/naturkatastrophen/…en_erdbeben.php
zum zeitpunkt der baulichkeiten war definitv bekannt, dass es 9+ gibt/geben kann. und bei 4!!! kontinentalplatten war es nur eine frage der zeit, dass es auch mal eine 9+ in japan gibt/geben kann

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jarnelie18

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6

Montag, 28. März 2011, 22:06

Soweit ich informiert bin hat das AKW eine maximale Belastung von 8.0.
Da es sich aber um ein Beben der Stärke 9.0 handelt (7mal staärker als 8.0!!! handelte und die Notstromversorgung eigentlich planmäßig anging, kann man sagen, dass erst der Tsunami zur eigentlichen Katastrophe geführt hat, weil er die Notstromversorgung wiederum zerstörte.
Man kann also sagen: Japan ist uaf Grund seiner geographischen Lage zum einen auf Enegieformen wie Kernkraft angewiesen(Stichwort: Resourcenarmut) aber eben auch auf Grund der geographischen Lage oftmals Opfer multipler Naturkatastrophe(Stichwort: Insellage und Erdbebengebiet). Ich möchte mir nicht anmaßen dieses Dilemma lösen zu können. Zumindets aber kann man sagen, dass sich der Status Quo für Deutschland nicht geändert haben kann in Sachen Sicherheit vonAKWs. Diese ganze Diskussion ist meiner Meinung nach absolut unredlich und wie ein Minister unlängst ja auch zugab wahlkampftaktisch beeinflusst (die Quittung ham sie ja gestern bekommen;))
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7

Montag, 28. März 2011, 22:17

alternativen gibt es genügend, z.b. offshore windparks s. http://www.offshore-wind.de

aber das führt zu weit, wenn wir kleinen uns lösungen überlegen für die großen probleme dieser welt

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8

Dienstag, 29. März 2011, 14:43

alternativen gibt es genügend, z.b. offshore windparks s. http://www.offshore-wind.de

aber das führt zu weit, wenn wir kleinen uns lösungen überlegen für die großen probleme dieser welt


Das mag sich alles einfach und logisch darstellen, aber wenn man sich intensiv mit den Möglichkeiten der Energiegewinnung befasst, merkt man auch als absoluter Vertreter erneuerbarer Energien, dass "Alternative" (noch) überhaupt kein passender Begriff ist, weder für Photovoltaik, Solarthermie, Geothermie oder Off- & On-shore Windparks.
Es gibt noch eine Menge technischer Hürden zu überwinden, bis so leistungsfähige Energieträger wie Kohle, Uran, Gas oder Kohle vollständig ersetzt werden können.
Da hilft es auch nicht ironisch auf die scheinbar logischste Lösung des Energieproblems zu verweisen. Nur zu wissen, dass ein sich drehendes Windrad Strom liefert reicht ebenso wenig für dessen Konstruktion aus wie bei E-Autos zu wissen, dass sie einen Elektromotor besitzen. Auf die scheinbaren technischen "Details" kommt es im Wesentlichen an.
Ich entschuldige mich für garnichts! Tut mir Leid, aber so bin ich eben.

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9

Dienstag, 29. März 2011, 15:15

biogas hast du vergessen. klar sind es alternativen, die in der kombination die lösung bringen werden.

Es gibt noch eine Menge technischer Hürden zu überwinden, bis so leistungsfähige Energieträger wie Kohle, Uran, Gas oder Kohle vollständig ersetzt werden können.

http://www.swr.de/odysso/-/id=1046894/ni…ix7d/index.html an diesen hürden wird schon gearbeitet und leider soll es wohl noch 40 jahre dauern. erfreulich ist es, dass uns in deutschland bzgl. der windenergiegewinnung keiner was vormacht.



Da hilft es auch nicht ironisch auf die scheinbar logischste Lösung des Energieproblems zu verweisen. Nur zu wissen, dass ein sich drehendes Windrad Strom liefert reicht ebenso wenig für dessen Konstruktion aus wie bei E-Autos zu wissen, dass sie einen Elektromotor besitzen. Auf die scheinbaren technischen "Details" kommt es im Wesentlichen an.
und das ist keine ironie?

wie ich schon schrieb, sind die lösungen an anderer stelle zu finden und die politik ist gefordert richtige impulse durch richtige entscheidungen zu setzen. hättem man während der ölkrisen richtige entscheidungen getroffen, dann hätten wie vielleicht heute schon zu 100% erneuerbare energie und nicht so viele AKWs. das gleiche problem sehe ich auch bei deinem beispiel des elektro-autos, denn die autoindustrie hatte und hat keinen richtigen druck alternative ansätze mit aller kraft zu verfolgen und voranzutreiben.

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10

Dienstag, 29. März 2011, 16:37

ich glaube gelesen zu haben, dass die meiler in japan bis 7,8 standhalten müssen und in gefährdeten gebieten bis 8,3.

Und dann denkt man immer noch "wird schon schief gehen, vielleicht haben wir ja Glück"? Die Mindeststärke, die die Meiler aushalten müssen sollte doch eigentlich so hoch liegen, dass man ein sträkeres Erdbeben wirklich in einem sehr langen Zeitraum nahezu gänzlich ausschließen kann. Und bei diesem Erdbeben hat ja auch keiner gesagt, dass er das nie für möglich gehalten hätte. Zumal die Atomenergie in Japan ja nicht wie bei uns nur eine Übergangstechnolgie war. Unverständlich.

Dass es immer noch keine wirklich effizienten Alternativen gibt liegt wohl auch daran, dass in die Erforschung nicht genügend investiert wurde. Hätte man unbedingt eine gute Alternative schnellstmöglichst finden wollen, wäre man heute sicherlich zumindest ein großes Stück weiter, wenn auch nicht am Ziel.

11

Dienstag, 29. März 2011, 17:39


Dass es immer noch keine wirklich effizienten Alternativen gibt liegt wohl auch daran, dass in die Erforschung nicht genügend investiert wurde. Hätte man unbedingt eine gute Alternative schnellstmöglichst finden wollen, wäre man heute sicherlich zumindest ein großes Stück weiter, wenn auch nicht am Ziel.



Genau das denke ich auch. Deswegen halte ich Forderungen wie "Photovoltaikanlagen auf jedem Dach" oder "möglichst viele Windräder" für relativ schwachsinnig, zumindest nur sehr eingeschränkt richtig. Lieber sind mir höherer Investitionen in Forschung und weniger Subventionen für bestehende, ineffiziente Techniken, mögen sie auch noch so sauber sein.
Neben erneuerbaren Energien wäre ich auch voll und ganz für die Erhöhung der Gelder in der Erforschung der Kernfusion, wie beim Projekt ITER. Auch wenn es noch Jahrzehnte dauert, bis so etwas praxistauglich und wirtschaftlich ist: Was sind schon ein paar Jahrzehnte Forschung für schätzungsweise Jahrhunderte, Jahrtausende oder sogar noch länger verfügbare, saubere Energie? Und das praktisch an allen Standorten, nicht nur wo die Sonne scheint oder der Wind weht, absolut Grundlast-tauglich zudem ebenfalls.
Ich entschuldige mich für garnichts! Tut mir Leid, aber so bin ich eben.

12

Mittwoch, 30. März 2011, 19:00

Wird bei Kernfusion nicht auch die Innenabschirmung kontaminiert, weswegen man wieder ein ähnliches Problem wie beim Atommüll hätte?

13

Mittwoch, 30. März 2011, 22:48

Die gewonnene Energiemenge steht zum anfallenden Müll in so einem gigantischen Verhältnis, dass man sich mehr Sorgen um giftige Inhaltsstoffe von Solarzellen machen sollte.
Ich entschuldige mich für garnichts! Tut mir Leid, aber so bin ich eben.

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